IMG_2817.jpeg

HENRIK BECKER

zeitgenössischer Künstler & Illustrator

Im März 1992 erblickte ich nach einer 9-monatigen Selbstfin­dungs­pha­se das Licht der Welt. Geschrien wie am Spieß habe ich. Das behauptet zumindest meine Mutter.​

 

Als mein Schreien verstummte, ließ der erste Griff zum Stift nicht lange auf sich warten und ich begann alles vollzukritzeln, was sich mir in den Weg stellte. Meistens aber sorgte ich dafür, dass sich mir die Dinge selbst in den Weg stellten. Wände, Tische, Türen, wichtige Dokumente meiner Eltern. Später dann Schulhefte, Schultafeln, Wohnungsbescheinigungen, Mahnungen. Gelegentlich auch richtiges Papier.

 

Dennoch hat es gut 28 Jahre, dutzende halbherzige Cartoons und tausende nichtsaussagende, totgedachte und wieder verworfene Zeichnungen gedauert, bis ich endlich zu begreifen schien, welchen Weg ich gehen möchte. Zumindest ansatzweise. Denke ich. 

Kurzfassung meiner Gedanken:

Große Leinwände, schnelle Zeichnungen, viel Farbe, Ausdruck, Emotion, Provokation. Gefühle müssen transportiert werden. Sei es durch Größe, Farbe, Spritzer oder Motive. Hauptsache nicht steril, Hauptsache nicht offensichtlich. 

Ich finde, es gibt nichts Langweiligeres als Kunst, bei der man direkt weiß um was es geht, bei der man direkt weiß was der Künstler den Betrachter sagen möchte. Kunst, die einem keinen Freiraum für Interpretation lässt, die nichts in einem selbst auslösen. Mach dir Gedanken, ohne zu denken. 

Die Wege der Kunst sind unendlich, aber das ist der Weg den ich gehen möchte.